Reisen per Atombombe


Eine schlechte Idee, wie sich nach einigen Tests herausstellte. Nicht nur, dass selbst dem technikgläubigsten Astronauten bei der Vorstellung, auf Tausenden von Atombomben zu hocken, mulmig wurde. Das 4000 Tonnen schwere Monstrum mit der Form eines Kirchturms hob entweder gar nicht ab oder die Detonation zerfetzte sein Gehäuse. Zusätzlich hatten Studien aufgedeckt, wie schädlich solche leichtfertigen Atomtests für den Menschen sind. 1963 unterzeichnete die USA einen Vertrag über die Einstellung von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre. 

Kein Grund für die Nasa, nicht in noch größeren Dimensionen zu denken. Ganze 54.000 Tonnen brachte das Projekt „Dädalus“ 1978 auf die Waage – zumindest auf dem Papier: Konstrukteur Alan Bond wollte den Koloss mit Nuklearantrieb unbemannt in Richtung Sonne schicken. Das Raumschiff wurde jedoch nie fertiggebaut. Die Nasa allerdings forscht bis heute an atomaren Triebwerken. 

Während großspurige Weltraum-Vehikel-Projekte eingestellt wurden, sollten zumindest normale Reisende von der Technologie profitieren. Schon in den achtziger Jahren, so prophezeite der SPIEGEL ein Jahrzehnt zuvor, steigt kein Mensch mehr in ein normales Passagierflugzeug. Stattdessen würden Raketen den Personenverkehr übernehmen und mit einer Geschwindigkeit von 6400 Stundenkilometern innerhalb von einer Stunde von New York nach Paris düsen. Doch obwohl Paris als Reiseziel nicht annähernd so exotisch ist wie der Mars, wurde auch aus dieser Vision nichts. Das bisher erfolgreichste Überschallpassagierflugzeug Concorde flog maximal 2200 Stundenkilometer – und war 2003 zum letzten Mal in der Luft.

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